Ihr schwarzes Brett ist nicht gerade ein Publikumsmagnet? Langsam aber sicher vergilbt der Hinweis über die Arbeitssicherheit. Zerknittert und lustlos hängt er neben der Feiertagsregelung vom vorletzten Jahr und dem uralten Speiseplan der Kantine. Nur, wenn am schwarzen Brett aktuelle Informationen über Themen hängen, die von allgemeinem Interesse sind, ist der Aushang ein wirksamer Kanal für die interne Kommunikation. Wir haben Ihnen hier die wichtigsten Tipps, wie Sie Ihr Aushangwesen auf Zack bringen!
1. Bedeutung und Zweck eines Aushangs
Ein Aushang ist ein Informationsblatt, das sowohl in Papierform als auch digital, öffentlich und gut sichtbar ausgehängt bzw. angezeigt wird. Ein Aushang soll gewisse Informationen, wie z. B. Veranstaltungen, Termine, Regeln oder Verfahren öffentlich zugänglich machen. Somit hat ein Aushang oder ein (digitales) schwarzes Brett eine Informations- bzw. Aufklärungsfunktion. Das Aushangswesen ist ein wichtiger Teil der internen und externen Kommunikation. Außerdem hat das Aushangswesen die Aufgabe gemeinsame Ziele und Aufgaben zu transportieren. Es ist somit ein wichtiges Führungsinstrument. In unserem Beratungsalltag ermutigen wir unsere Kunden den Aushang auch zu nutzen, um Ihre Mitarbeiter die Unternehmensziele näherzubringen, Spitzenkennzahlen zu kommunizieren sowie Kollegen aus anderen Abteilungen zu informieren.
Ein Aushang dient mehreren Zwecken:
Vermittlung von Informationen: Die Mitarbeiter werden über wichtige Informationen unterrichtet, wie z. B. Änderungen im Unternehmen, Ankunft neuer Mitarbeiter, etc.
Kommunikation von Regeln: Der Aushang soll über die Regeln und Prozesse im Unternehmen informieren, z. B. über die Nutzung eines gemeinschaftlichen Besprechungsraums.
Veröffentlichung von Veranstaltungen: Hier können Sie Ihre Mitarbeiter über bevorstehende Events informieren und zur Teilnahme animieren.
Motivation von Mitarbeitern: Durch die Informierung der Mitarbeiter fördern Sie deren Mitwissen sowie Mitdenken und steigern somit deren Verantwortung. So werden die Mitarbeiter auch motiviert über Ihren Bereich hinaus kreativ zu sein.
Hallo,
mich würde interessieren, wie lange ich die Mitteilungen hängen lassen muss? Wir haben in unserem Betrieb oft Mitteilung, die kein Ablaufdatum enthalten. Und der Platz ist natürlich ehr begrenzt. Im Moment mache ich es oft nach Gefühl ob und wann ich etwas entferne. Ich hefte aber alle Mitteilungen in einem Ordner ab und behalte sie für alle Fälle. Wie endscheide ich was zum Beispiel das ganze Jahr aushängt und was nur zwei Wochen?
ein Teil der Aushänge wird in einem regelmäßigen Intervall aktualisiert, z. B. die monatliche Umsatz- oder Geburtstagsliste oder auch der Jahresterminplan. Ein anderer Teil informiert meistens über ein anstehendes Ereignis, wie beispielsweise die Information, dass ein neuer Mitarbeiter eingestellt wird. Diese Aushänge werden dann nach Eintreten des Ereignisses abgenommen.
Informationen, die einmalig wahrgenommen werden sollen oder müssen, werden bestenfalls per E-Mail an alle Mitarbeiter kommuniziert. So kann deutlich besser sichergestellt werden, dass die Information von den Kollegen auch wahrgenommen wird, als am schwarzen Brett.
Allen sonstigen Aushängen, die sich nicht in einem bestimmten Intervall aktualisieren oder auf ein bestimmtes Ereignis hinweisen (und das können jetzt nicht mehr allzu viele sein ) geben Sie am besten ein Ablaufdatum von max. 4 Wochen.
Hallo, ich kann die Tipps aus eigener Erfahrung bestätigen. Allerdings hängen wir nur die allgemeinen Kennzahlen und Ziele öffentlich aus, nicht die persönlichen. Grund. Wir wollen durch den Wettbewerb der Kollegen untereinander nicht das Klima belasten. Oder ist diese Sorge unbegründet?
Liebe Grüße
Lena Ostermann
Liebe Frau Ostermann,
herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Das ist ein wichtiger Hinweis. Wenn Sie Sorge haben, dass die Aushänge bei den Mitarbeitern zu schlechter Stimmung führen könnte, dann eher vorsichtig sein. Dann würde ich aber, unabhängig vom Thema Aushang, über ein Projekt „Förderung der Zusammenarbeit“ nachdenken.
Herzliche Grüße
Jürgen Kurz
Seit unser schwarzes Brett in der Teeküche hängt, reden die Kollegen viel mehr miteinander. Und dabei – und mit einer Tasse Kaffee – ist schon so manche gute Idee entstanden.
Das ist alles gut und schön, aber die Zuständigkeiten müssen natürlich geklärt sein. Und es ist für die jeweils Verantwortlichen eine Mehrarbeit. Wie verteilt man die Verantwortung gerecht?
Die jeweiligen Aushänge sollten von der Person verantwortet werden, die für den Themenkomplex zuständig ist. Ziel der Aushänge ist natürlich die Kommunikation zu vereinfachen. In der Zeit für die Erstellung der Aushänge muss man immer auch die Anzahl der Rückfragen etc. gegenüberstellen. Keine Frage: Mitarbeiterinformation kostet Zeit und Geld. Es ist aber auch keine Frage, dass fehlende Mitarbeiterinformation ebenfalls Zeit und Geld kostet. Der gute Mittelweg ist, wonach wir streben sollten.
Bevor ich in meinem Unternehmen die Arbeit aufnahm, erhielten die Kollegen eine Information am schwarzen Brett darüber, mit Namen und Bild und was ich machen werde. Das war gut für mich, denn so war ich ihnen nicht fremd und sie hatten sich schon ein wenig an meinen Namen und mein Aussehen gewöhnt.
Hallo, ich bin kein Fan von Aushängen; sie machen nur zusätzliche Arbeit – und man weiß nie, ob jeder sie gelesen hat. Deshalb teile ich meinen Leuten alles per E-Mail mit, das klappt prima.
Liebe Grüße
David Bergmann
Lieber Herr Bergmann,
herzlichen Glückwunsch. Wenn Sie das alles bei Ihnen machen, ist das klasse. Wenn alle Mitarbeiter Zugang zum Rechner haben, ist die digitale Variante sehr gut. Wir machen das bei uns im Haus ganz ähnlich. Zusätzlich hängen wir aber ein paar ganz wenige Dinge noch aus wie z. B. die Tagesumsatzkurve. Unser schwarzes Brett ist direkt beim Eingang zur Kantine. Jeder sieht also mehrfach am Tag auf dem Weg zur Kaffeemaschine die aktuellen Zahlen „en passant“ im Vorübergehen.
Wenn schon Aushang, dann ordentlich und aktuell – wie sieht das denn sonst für die Kunden aus, die zufällig einen Blick auf das Sammelsurium erhaschen! Bei uns klappt das gut, allerdings muss man sich schon ein wenig Zeit nehmen, das Ganze im Blick zu behalten. Jeder Aushang wird datiert. Eine Regel ist: Wer was aufhängt, nimmt es auch wieder ab – nach zwei Wochen kostet das sonst zwei Euro für die Kaffeekasse. Zuerst war die Kaffeekasse immer voller zwei Euro-Stücke, inzwischen hat aber jeder die Sache im Griff.
Also, bei uns sah es genauso aus, wie am Anfang des Artikels beschrieben: Ein Haufen alter Nachrichten am Mitteilungsbrett, um die sich niemand scherte. Dann haben wir beschlossen, das zu ändern. Wir führten Rubriken ein und verabredeten, dass jede Nachricht nach Ablauf des Termins abgenommen wird. Hinweise auf Neuerungen nach vier Wochen. Das klappt prima, ohne Mehraufwand für eine einzelne Person.
Der Tipp mit den Post-its ist sehr gut. Seit ich den übernommen habe, bin ich mit den Aktualisierungen wirklich auf dem Laufenden. Allerdings mein Tipp: Hier nicht am Preis sparen. Wer gnadenlos die billigsten Klebezettel nimmt, muss sich nicht wundern, wenn sie dann von alleine abfallen, bevor sie nicht mehr aktuell sind.