Originally published at: Eustress gezielt fördern: Leitfaden & Maßnahmen für Unternehmen
Eustress und Distress sind zwei gegensätzliche Facetten ein und derselben Stressreaktion. Während das eine zur Höchstleistung motiviert und sogar im „Flow“ gipfeln kann, reduziert das andere nachweislich Kreativität, Gedächtnis und Urteilsfähigkeit. Es geht spürbar zulasten der Leistungsfähigkeit, Produktivität und des Wohlbefindens. Chronischer Stress trägt am meisten zur Krankheitslast in Deutschland bei. Daher ist es für Unternehmen und Führungskräfte von entscheidender Bedeutung, zu verstehen, wie die beiden gegenteiligen Stressformen entstehen und wie sich Eustress gezielt fördern lässt.
Mit dem daraus entwickelten Frageboden und passenden Maßnahmenbündel können Sie dann das Eustresslevel der Beschäftigten in Ihrem Unternehmen schnell und einfach ermitteln und dann darauf aufbauend gezielt fördern (individuell sowie global/organisatorisch).
1. Definition: Unterschied zwischen positivem Eustress vs. negativem Distress
Die Prägung des Begriffs „Stress“ geht auf den kanadisch-österreich-ungarischen Biochemiker, Psychologen und Hormonforscher Hans Selye in den 1930er Jahren zurück, den „Vater der Stressforschung“. Bereits dieser hat von Beginn an zwischen positivem Eustress (eu = griech. für gut) und negativem Distress (dis = lat. für schlecht) unterschieden.
Definition Eustress:
Eustress ist positiver Stress, der anregt, motiviert und leistungsfördernd wirkt, weil man die Situation als bewältigbar oder sogar bereichernd erlebt. Zum Beispiel eine positiv erlebte Herausforderung, eine aufregende Erfahrung, ein spannendes Projekt oder einen sportlichen Wettkampf. Der positiv aktivierende und motivierende Eustress mobilisiert Energie, fokussiert die Konzentration und steigert die Leistungsfähigkeit. Ein typisches Gefühl für solch eine Eustresserfahrung ist: „Ich wachse mit dieser Aufgabe!“.
Definition Distress:
Distress ist negativer Stress, der als belastend empfunden wird, weil man die Situation als nicht kontrollier- oder bewältigbar erlebt. Zum Beispiel aufgrund einer übermäßigen Anforderung, Überforderung, zu vielen Aufgaben gleichzeitig, ständigen Unterbrechungen, sozialen Konflikten oder gar einer Gefährdung oder Bedrohung. Distress führt zu Anspannung, Erschöpfung und Leistungsabfall, weil die eigenen Ressourcen nicht mehr ausreichen und überstrapaziert werden. Typisches Gefühl für Distress: „Das wird mir zu…